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Wie Humor und Leidenschaft zusammenarbeiten.

May 22nd, 2006

“Zwei Kugelschreiber versprechen noch keinen Erfolg. Genauso wie zwei Frühlingsblumen den Frühling nicht vorhersagen können.”
Wenn man einen Morgen mit solchen Gedanken verbringt, dann kann doch der Tag nicht mehr dazu beitragen, dass der Abend noch schöner wird als der letzte.
Ich merke schnell: immer noch kein “Kaffee-Input”. Dann mal zur Sache. Es ist noch dunkel. Kein wunder, so früh am morgen- 7 Uhr. Was für eine Horrorzeit. Der Kaffee kocht vor sich hin, ich auch. Heiss ist es. Als ob die Sonne an einem Strand schon fünf Stunden auf den Rücken sich auskotzen würde.
Stolpernd über Hosen, leeren Weinflaschen und Büchern suche ich verzweifelt nach einer Schachtel Zigaretten. Ich merke schnell: immernoch kein “Kaffee-Input”. Argh… was für ein morgen… Kaffee fertig.
Nach fünf Minuten sieht die Welt wieder ganz anders aus. Rolladen hochgefahren, Sonnenschein, das Thermometer zeigt glatte 25 Grad. Und die Blumen, die singen vor sich her. Herrlich. Mein Blutdruck streckt mir die Friedenspfeife entgegen und die Zigarettenschachtel bettelt nahezu drum in die Arme genommen zu werden.
Gemütlich sitze ich in meinem Sessel am Schreibtisch, trinke genüsslich meine fünfte Tasse Espresso “Baroko” und höre nur mein Herz, das mir ein Liedchen über das “KHK-Risiko” dahersummt. Einmal draufklopfen und Ruhe. Langsam wird die Umgebung scharf. Ein Stapel Blätter erbliken meine Augen, daneben ein zweiter Stapel und dazwischen die Katze. Sie nickt mir zu. Immer wenn eine Katze einem Menschen zunickt bedeutet das ja nur gutes. Ein großes Lächeln auf meinem Gesicht.
Ich plane meinen Tag. In Planung bin ich gut. Muss mann wenn man wohl seid Jahren seine Tage, Wochen und Jahre plant.

10:00 - Vorlesung
12:00 - Vorlesung
15:00 - Seminar

>>Ahhh, ein schöner Tag< < rief ich mir zu.

Es ist 8:15, Zeit für angenehmeres. Ich hebe langsam meinen Blick. Ca. 30 Grad über meinem Schreibtisch hängt ein Bild. Nein, es ist eine Installation. In meinen jungen, verrückten Jahren war ich berühmt für Installationen. Überall gab es Installationen. Angefangen in meinen Zimmern, in den Zügen die ich fuhr, bis hin in die Museen. Und immer war ich auch ein Teil dieser. Die Meinungen diverser Leute waren immer unterschiedlich. Manche fragten ob ich denn noch gesund sei, andere fragten ob ich dazu gehöre, andere wiederum sagten nichts. Den Spieß kann man aber auch umdrehen. "Kazdy kij ma dwa konce". Und heute dachte ich mir: >> Jetzt bist du der Zuschauer und alles um dich herum eine Installation < <.
8:45, ich gehe aus dem Haus. Vor der Tür treffe ich meinen Nachbarn. Ich fragte: Hey! wie fühlt man sich als "Installation".

>> Mr., are you still drunk?<< erwiederte er.

Ich ging weiter.

Leidenschaft, die Leidenschaft. Leidenschaft zu Installationen? Ein Gedanke und eine Leidenschaft und viele Installationen! Ich lächele… der Humor muss da mitspielen sonst kann man aus Leidenschaft zu Installationen nur niveaulose Sachen kreieren.

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